4-Tage-Benzinpreis-Prognose
benzinpreis.de Prognose, ausgegeben am Sonntag, dem 12.04. um 17:40 Uhr
Die Spritpreise dürften im Prognosezeitraum weitgehend stabil bleiben, mit einer leichten Entspannungstendenz zur Wochenmitte hin.
Sonntag, 12. April 2026
Stabile Preise. Der Sonntag liegt typischerweise leicht über dem Wochenmittel, was durch das fallende Kurzfristmomentum ausgeglichen wird.
Montag, 13. April 2026
Stabile Preise. Montage sind historisch etwas teurer als der Wochendurchschnitt, doch der anhaltende Abwärtstrend der letzten Tage wirkt dämpfend.
Dienstag, 14. April 2026
Stabile Preise. Der Dienstag ist traditionell der teuerste Wochentag, allerdings halten gegenläufige Faktoren das Preisniveau in Schach.
Mittwoch, 15. April 2026
Leicht fallende Preise. Der Mittwoch liegt erfahrungsgemäß bereits unter dem Wochenmittel, und das negative Preismomentum verstärkt diese Tendenz.
Zu den Kalendereffekten im Prognosezeitraum: Am Sonntag, dem 12. April 2026, befinden sich rund 10 Prozent der Bevölkerung in Schulferien, insbesondere in Schleswig-Holstein, Saarland, Brandenburg und Thüringen. Für etwa 5 Prozent der Bevölkerung enden an diesem Tag die Ferien, was typischerweise mit Rückreiseverkehr und leicht erhöhter Tanknachfrage verbunden ist. Von Montag bis Mittwoch sinkt der Ferienanteil auf etwa 6 Prozent, wobei Brandenburg und Thüringen weiterhin Ferien haben. Der Einfluss auf die bundesweiten Preise ist insgesamt gering, kann aber regional zu leichten Aufschlägen führen.
Situation und Bewertungsansätze
Der Rohölpreis zeigt sich praktisch unverändert mit einer Veränderung von nahezu null Prozent innerhalb der letzten 24 und 48 Stunden, sodass von dieser Seite kein Preisdruck entsteht. Das kurzfristige Momentum ist deutlich negativ: Die Preise sind in den vergangenen sieben Tagen um durchschnittlich etwa 1,3 Cent pro Tag bei Super und E10 sowie rund 2,7 Cent pro Tag bei Diesel gefallen. Der mittelfristige 28-Tage-Trend weist hingegen leicht nach oben mit etwa 0,1 Cent pro Tag, was auf eine gewisse Bodenbildung hindeutet.
Rohüberschussanalyse
Besonders aufschlussreich ist die Rohüberschussanalyse. Der aktuelle Rohüberschuss, also die Differenz zwischen dem Nettoverkaufspreis und den Fixabgaben sowie den Rohölkosten, liegt bei Super E5 bei 47,0 Cent pro Liter. Das Vier-Wochen-Mittel beträgt hingegen nur 38,5 Cent pro Liter. Die aktuelle Marge liegt damit 8,5 Cent über dem Durchschnitt und sogar oberhalb des 80. Perzentils der Jahresverteilung von 44,3 Cent. Bei Diesel ist die Abweichung mit 12,7 Cent noch ausgeprägter. Diese ungewöhnlich hohe Gewinnspanne der Mineralölkonzerne erzeugt Normalisierungsdruck: Erfahrungsgemäß korrigieren sich solche Margenüberhänge innerhalb von etwa 14 Tagen nach unten, was für Verbraucher mittelfristig auf sinkende Preise hindeutet.
Das Berechnungsmodell
Die hier verwendete Prognose basiert auf einem mehrdimensionalen Scoring-System, das verschiedene Einflussfaktoren gewichtet zusammenführt. Die Wochentagsmuster werden aus 13 Jahren Preishistorie mit exponentieller Gewichtung berechnet, wobei jüngere Daten stärker einfließen als ältere. Der Ölpreistrend wird asymmetrisch modelliert, da Preiserhöhungen erfahrungsgemäß schneller an die Zapfsäule weitergegeben werden als Senkungen. Kalendereffekte wie Ferien, Feiertage und Brückentage werden bevölkerungsgewichtet über alle 16 Bundesländer aggregiert. Das Kurzfristmomentum erfasst die Dynamik der letzten sieben Tage, während der Makrotrend über 28 Tage mittelfristige Marktbewegungen abbildet. Die Rohüberschussanalyse ergänzt diese Faktoren um eine fundamentale Margenbetrachtung. Diese Komplexität ist notwendig, weil Kraftstoffpreise von einer Vielzahl teils gegenläufiger Faktoren beeinflusst werden und einfache Daumenregeln der Realität selten gerecht werden.